Die Eingewöhnungszeit ist rum. Wir hatten eine Woche um uns besser kennen zu lernen und uns an
das Zugfahren zu gewöhnen.
Am Sonntag fuhren wir mit dem Taxi zum Jaroslawskaja Bahnhof. Der Taxifahrer hatte Tschakkos im
Kofferraum. Vielleicht braucht er die im totalen Verkehrschaos auf Moskaus Straßen.
Das Shoppen am Bahnhof fiel aus. Zu viele total betrunkende Obdachlose, Straßenkinder, Polizisten
und Junkies. Als der Zug Moskau – Wladiwostock gegen Mitternacht einrollte, war auf dem
Bahnsteig ordentlich was los. Vom Typen vor lies die Schaffnerin den Ausweis aufs Gleis fallen.
Unsere Viererkabine ist oll, aber okay. Ein Bett bleibt frei. So haben wir etwas mehr Platz.Als erstes
wurde das Boardrestaurante ausgecheckt. Es hatte schon geschlossen, aber mit viel Charme gab es
noch ein Bier für 80 Rubel.
An den meisten Bahnsteigen gibt es wirklich die Einheimischen (meistens auch Omas), die einem
von Früchten der russischen Natur bis hin zu vibrierenden Kuscheltieren alles versuchen
anzudrehen.

Ab und an kommen auch einige Verkäufer für eine Station an Board. So hat man dann
auch die Wahl zwischen Ringen, Häkeljäckchen und gefälschten Markenklamotten.
Ein typischer Tag auf den Gleisen Sibiriens sieht wie folgt aus: beim ersten Stopp raus und ein
kleines Frühstück organisieren. Dann eine ganze Weile gar nichts machen, bis dann der nächste
Bahnhof kommt. Dann wieder raus und ein Mittagessen organisieren oder alternativ ins
Boardrestaurant. Wir wählen irgendetwas aus der kyrillischen Speisekarte oder zeigen auf die Teller
anderer Gäste. Wenn die Sonne untergegangen ist, startet das Abendprogramm: Kartenspiele,
Würfel und Schnaps.

Steigen Sie ein, Ihr Zug faehrt jetzt ab05 08 09


Sehr geiler Schnappschuss!