Da steht ein Pferd auf dem Flur02 08 09

Nach drei Tagen Moskau reicht’s. Heute Nacht setzen wir uns für vier Tage in den Zug und fahren quer durchs Land über den Ural nach Sibirien. Moskau ist keine Stadt, in der man die Seele baumeln lassen kann. Am ersten Tag standen wir nachts in Badelatschen an einer stark befahrenen sechsspurigen Straße und suchten eine Bar, in der wir ein Bier trinken konnten. Auf dem Bürgersteig kamen uns zwei junge Mädels auf Pferden entgegen. Verrückt!
Die Stadt ist voller Gegensätze und wirkt extrem unausgeglichen. In den Parks pennt die besoffene Armut auf der Parkbank, eine Straße weiter parken protzig die Porsche Cheyennes auf dem Fußweg. An jeder Ecke steht finster blickend die Polizei, das Militär oder irgendwelche anderen kahlgeschorenen Jungs in Uniform. In den großen U-Bahnstationen stehen duzende Cops, die die Fahrgäste mustern. Das Fußballspiel im Olympiastadion, das wir uns gestern anguckten, war nicht zu vergleichen mit einem Heimspiel von Hannover 96. Der Weg von der U-Bahnstation ins Stadion führte an massiver Militärpräsenz vorbei. Für normale Russen ist der Eintritt teuer. Das Stadion bietet Platz für 80.000 Zuschauer. Gestern waren maximal 20.000 Plätze verkauft. Statt Ordnern kontrollieren Soldaten die Tickets. Am Spielfeld wurden Schäferhunde eingesetzt, um das Spiel abzusichern. Die Fans versuchten trotzdem für Stimmung zu sorgen. Spartak gewann 4:0.

Heute waren wir am Kremel auf der Jahrestagsfeier der russischen Luftwaffe. Überall in der Stadt liefen stark angetrunkene Skinheads mit Flaggen rum, die gröhlten und sangen. Die Typen gehören zur Armee und hatten heute frei. Das restliche russische Militär sicherte die Party ab. Überall standen Truppen und Offiziere. Wir trauten uns bis zur Gulaschkanone und ließen uns einen Teller Buchweizengrütze geben. Nachmittags trafen wir uns mit Alona, die uns durch den Kremel führte. Sie spricht perfekt deutsch und ist eine Freundin von einer Freundin von einer Mitstudentin von Fabian. Sie erklärte uns, wann die Kirchen erbaut wurden und wer darin begraben ist. Anschließend aßen wir vermutlich zum letzen Mal Fritten und kehrten zurück zum Hostel. In 15 Minunten holt uns das Taxi ab und fährt uns zum Bahnhof
Reingehauen ;-)
PS: Wenn wir in Irkutsk sind, laden wir tolle Bilder hoch!

von Christian Haller verzapft

 

 
  1. Vietcong sagt:

    zur untermalung:

    http://www.youtube.com/watch?v=v1wG9g1wjSA

    willkommen in der nichtdeutschen welt^^

  2. Giulia,Elena,Simone,Juergen sagt:

    Lieber Christian,
    wir sind gerade von unserem einwöchigen Badeurlaub aus Indonesien zurueckgekehrt und jetzt wieder online.
    Haben alle eure Berichte gelesen. Bis jetzt scheint ja alles gut geklappt zu haben, worüber wir uns sehr freuen. Hier ist alles o.k. Singapur ist die groesste Shopping-Mall der Welt, soweit wir das beurteilen können. In Singapur ist es wenig asiatisch, wenn man einmal von den Einwohnern ( 70 % Chinesen, 10 % Inder, 10 % Malay sowie Restgemisch ) und der vielfältigen asiatischen Küche absieht. Die Köstlichkeiten sind wirklich einmalig. Man kann hier überall auf den sog. Hawker-Märkten ( Foodcourts ) für wenig Geld vollständige Mahlzeiten bekommen ( ca. Euro 2,50 ).
    Euch weiterhin eine gute Reise, liebe Grüsse aus Singapur.
    Giulia,Elena,Simone und Juergen

  3. Jens sagt:

    Junge Junge,
    was ne Reise. Super Bilder und tolle Berichte. Man reist mit euch mit. Lasst euch nicht wegschnappen und macht weiter, mit dieser Dokumentation.
    Ich persönlich freu mich immer über die Bilder von Essen und Getränken, gehört ja zur Kultur… ;-)
    Bis bald und viel Spaß in Irkutsk
    Jens

 
 

Hey, das muss ich kommentieren!