alle Beiträge zum Thema Irkutsk

zwei Tage in Irkutsk16 08 09

Gala hat uns die schönsten Plätze ihrer Stadt gezeigt.
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von Christian Haller verzapft

 

Bilder von der Fahrt zum Baikal10 08 09

Privatunterkunft Irkutsk
Privatunterkunft Irkutsk
Jetlag
Jetlag
ZOB
ZOB
Platzkarten für den Linienbus
Platzkarten für den Linienbus
Netzplan
Netzplan
russisches Telefon 3Gs
russisches Telefon 3Gs
Wir wollen nach XYWNP oder so ähnlich
Wir wollen nach XYWNP oder so ähnlich
mit sehr sehr wenig Schlaf in den Bus
mit sehr sehr wenig Schlaf in den Bus
Twitter
Twitter
Go Trabbi Go
Go Trabbi Go
unser Linienbus zwischen Irkutsk und dem Baikalsee
unser Linienbus zwischen Irkutsk und dem Baikalsee
he is taking a nap
he is taking a nap
wir und der 507er
wir und der 507er
Schacht auf halber Strecke
Schacht auf halber Strecke
Fähre auf die Insel
Fähre auf die Insel
bei Sonne fallen die Hüllen
bei Sonne fallen die Hüllen
während Überfahrt
während Überfahrt
Endlich wieder Essen für Fabian
Endlich wieder Essen für Fabian
noch sieht die Hütte nicht nach Ferienlager aus
noch sieht die Hütte nicht nach Ferienlager aus
selbst zum Zähneputzen müssen wir raus
selbst zum Zähneputzen müssen wir raus
Touristen
Touristen
etwas an einen Baum binden (russisches Ritual)
etwas an einen Baum binden (russisches Ritual)
Wassertemperatur um den Gefrierpunkt
Wassertemperatur um den Gefrierpunkt
russische Steine (Jiri Stajner)
russische Steine (Jiri Stajner)
drei Sorten Oettinger auf Olchon
drei Sorten Oettinger auf Olchon
Fisch
Fisch
Briefkasten
Briefkasten
Mensch, Mensch, Kuh, Kuh (v.l.n.r.)
Mensch, Mensch, Kuh, Kuh (v.l.n.r.)
RelaxCafe
RelaxCafe
Fressalienlager
Fressalienlager
Motor ausbauen und LKW als Anhänger verkaufen
Motor ausbauen und LKW als Anhänger verkaufen
Main Street
Main Street
Waschbecken im Restaurant
Waschbecken im Restaurant
Baikal 2009
Baikal 2009
Schiffswracks
Schiffswracks
Hafen
Hafen
Mercedes Benz ;-)
Mercedes Benz ;-)
Burjaten
Burjaten
Hauptstadt der Insel
Hauptstadt der Insel
Hallo Kuh
Hallo Kuh
Abendprogramm
Abendprogramm
gemeinsame Reiseplanung
gemeinsame Reiseplanung
da steht ne Kuh aufm Flur- ja, ja ne Kuh aufm Flur
da steht ne Kuh aufm Flur- ja, ja ne Kuh aufm Flur

von Christian Haller verzapft

 

Do you have Oettinger?08 08 09

Der gestrige Morgen in Irkutsk begann für uns mit durchschnittlich 30 Minuten Schlaf pro Person. Da wir während der viertägigen Zugfahrt stetig die aktuelle Zeitzone ignoriert hatten, waren wir nun schwer gejetlaged.
Um 8:10 Uhr sollte unser Bus zur Insel Olchon abfahren. Alexej fuhr uns um kurz vor halb acht zum Busbahnhof, nachdem er uns netter Weise ein leckeres Frühstück mit Omelet und russischer Kalten Schnauze zubereitet hatte.
Der Bus war schon ausgebucht. Im 9 Uhr Bus bekamen wir die letzten Plätze. Die 90 Minuten in der Bahnhofsvorhalle waren auf Grund der Einheimischen sehr interessant. Gesindel, aufgebrachte Frauen, Kinder, Betrunkene und private Fahrer, die uns zu Sonderpreisen nach Olchon bringen wollten, trieben sich hier herum.
Um 8:45 Uhr kam unser Bus und für die Verhältnisse hier am Bussteig gehörte dieses Gefährt noch zu den besseren.
Die Busfahrt war ein Highlight. Zwei Drittel der Gruppe saß noch nie in irgendetwas, was so geschaukelt hat. Fabian erinnerte es sehr stark an Farmstraßen in Afrika. Ein gefühlt 30 Jahre alter KIA Bus mit abgefahrenen Reifen, der mit einer Höchstgeschwindigkeit von 112km/H (laut GPS) über Sand und Schotterpisten mit Schlaglöchern unterwegs war. Unser Fahrer schien noch eine Verabredung auf Olchon zu haben und schaffte die Strecke in sechs statt acht Stunden. Vermutlich eigene Bestzeit.
Am Fähranleger standen da auch schon zwei voll beladene Fähren und eine sehr lange Schlange mit Autos. Im ersten Moment dachten wir, dass dauert ewig, jedoch fährt man als Linienbus ganz geschmeidig an allen Wartenden vorbei und kann direkt übersetzen. Innerhalb von 10 Minuten waren wir auf der Fähre, konnten aus strategischen Gründen zu erst die Leinen los machen und überholten damit den Bus, der um 8 Uhr von Irkutsk gestartet war. Während der kurzen Überfahrt konnten wir die Größe und Schönheit des Baikalsees schon gut erahnen.
Die restliche Strecke im schnellsten Bus Russlands dauert noch eine knappe Stunde. Um 15 Uhr erreichten wir das Hauptdörfchen Chuchir der Insel mit 1200 Einwohnern. Nach kurzem Fußmarsch waren wir auf Nikitas Homestead. Das Areal ist eigenes Dorf im Dorf. Hier gibt es verschieden Wohnhäuser, Waschhäuser, Banyas, einen Souvenirshop, Buffethäuschen und sogar ein französisches Restaurant.
Nach Borschtsch und gebratenem Fisch mit Salat bekamen wir dann unser Häuschen gezeigt. Weil wir ein bisschen spät gebucht hatten, kommen wir ca. 80m entfernt bei einem Nachbarn von Nikita unter. Wir haben eine gemütlich kleine Holzhütte mit Strom, Licht und einem Plumsklo gegenüber.

Nach einer kleinen Pause gingen wir auf Dorferkundungstour. Auf den Straßen stehen Kühe vor windschiefen Holzhütten und streuende Hunde sind immer präsent. Verlässt man Nikitas Homestead über das nördlichste Gartentor hat man einen wunderschöner Blick über die Meerenge des Baikalsees zwischen Olchon und Festland. Man sieht fast unerreichbare Strände zwischen Steinschluchten, die in glasklarem türkiesen Wasser enden.
Wir wandern ein wenig umher und schließlich schaffen wir es auch zum Ufer. Wir stellen fest, dass das Wasser sehr kalt ist und vertagten das Baden. Auf dem Rückweg tranken wir noch ein Pivo in einem der dorftypischen Baltika-Bierzelte, wo ein Bier ca. 70 Cent kostet. Auf der Karte standen auch drei verschiedene Sorten Oettinger.
Abends gibt es wieder gebratenen Fisch als Vorspeise und anschließend konnten wir zwischen Fleisch mit Reis oder Kartoffeln wählen. Zum Abschluss gibt es ein mit Zuckerkruste überzogenes Milchbrötchen. Im „Relax Cafe“ liegen wir dann noch auf gemütlichen Teppichen herum und versuchen ins Internet zu kommen.
Später machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch das Dörfchen, in dem wir sogar mehrere kleine Minimärkte, Minikneipen und eine Minidisco entdecken, in der drei betrunkene russische Omas zu einem russischen Mickey Krause tanzen.
Da die Spuren der kurzen Vornacht uns immer noch in den Knochen lagen beschlossen wir nicht in Christians Geburtstag rein zu feiern, sondern uns mal ordentlich auszuschlafen.
Heute morgen regnet es und es sieht so aus, als ob es den ganzen Tag so bleiben wird. Zum Frühstück gab es Porridge, Spiegeleier und Pfannkuchen mit Marmelade. Lecker.

von kurzstreckenticket unterwegs verzapft

 

5194km spaeter06 08 09

Twitter ist von hier leider nicht erreichbar, deshalb bloggen wir ein Lebenszeichen.
Sind in Irkutsk angekommen und haben eingekauft und gegessen. Stadt sieht schoen aus, wir schlafen in einer Privatunterkunft mit guter Dusche und langsamer Modemverbindung. Morgen fahren wir zum Baikalsee auf die Insel Olchon. Und dann koennen wir endlich mal wieder entspannen. Keine Ahnung, ob da das Internet schon erfunden wurde.
P1010808

von Christian Haller verzapft

 

Vier Tage und vier Nächte06 08 09

Vier Tage und vier Nächte im Zug sind eine lange und komfortreduzierte Zeit. Die Highlights sind die längeren Aufenthalte, an denen wir uns auf den Bahnsteigen mit Essen und Getränken eindecken. Russische Omas verkaufen frisch zubereitete Speisen für wenig Geld. Es gibt Obst und Gemüse, fleischgefüllte Teiggerichte, Chips, Tannenzapfen, Flusskrebse, halbe Hähnchen, Schenkel und Bier. An einem Stopp verkaufte ein Mann im Anzug Kinderbücher. An einem anderen Halt gab es zum Leid vieler Transsibreisenden nur Kuscheltiere. An manchen Bahnhöfen betteln Kinder. Im Zug werden während der Stopps die Toiletten abgeschlossen. Wer am Bahnhof pinkeln muss,
schleicht sich nachts hinter den Zug oder geht aufs Ganze und rennt in die Bahnhofshalle. Es ist ein gutes Gefühl, wenn der Zug noch da ist, wenn man zurück zum Gleis rennt.

Die Uhr tickt hier anders. Der gesamte Zug passiert auf seiner achttägigen Reise von Moskau nach Wladiwostok sieben Zeitzonen. Für uns sind es von Moskau bis Irkutsk fünf Stunden, die hinzukommen. An Board und auf allen Bahnhöfen entlang der Strecke gilt die Moskauer Zeit. Dies verunsichert, denn man weiß nie so recht wonach man seine eigene Uhr richten soll.
Der Zug schaukelt gemächlich durchs russische Land. Die Landschaft wird zunehmend hügeliger. Birken weichen Nadelhölzern. Es sieht zwischenzeitlich aus wie im Schwarzwald. In Sibirien sind die Häuser der kleinen Dörfer aus bunt lackiertem Holz. Die Straßen sind unasphaltiert. Kinder winken, wenn der Zug vorbeifährt.

Wir sitzen im Speisewagen und schreiben Postkarten, essen einen Teller Borschtsch und schauen aus dem Fenster.
Boardrestaurant

Das Personal ist ruppig. Service wird klein geschrieben. Wir kommen mit den Mitreisenden ins Gespräch. Auf Grund der Sprachbarrieren bleibt es leider bei wenigen Worten und freundlichen Blicken. Der Russe trägt während der Zugfahrt ein Unterhemd oder weniger und ist
wortkarg. Im Speisewagen treffen wir die mitreisenden Europäer. Mit anderen Backpackern tauschen wir Geheimtipps aus.
Nur wenige Russen sind seit Moskau an Board. Das Personal ist seit der Abfahrt unverändert. Harter Job.
Wir fühlen uns sicher. Die Abteile können von innen verriegelt werden. Unser Nachbar hat sogar einen Schlüssel, um von außen abzuschließen. Das Zugpersonal achtet darauf, dass nur Personen mit Fahrschein einsteigen. Einzige Ausnahme sind Leute, die Schmuck, Felle oder Klamotten verkaufen, Die klopfen an jedes Abteil und wollen ihre Ware verkaufen.

Die Tage vergehen wie im Flug. Es gibt immer was zu sehen.
Bahnhofsgewimmel

von Christian Haller verzapft